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Ironman Switzerland 2006
Vorbereitung auf den Ironman: Erlebnisbericht von Barbara Heid

 

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Drei Sportstudentinnen am Ironman Switzerland:
Entschluss - Vorbereitung - Ausführung

Barbara Heid, Simona Buri und Stephanie Ledermann

Ironman Switzerland 2006: Massenstart Schwimmen

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Barbara Heid: overall Rang 80 von 170

swim

59.41

bike

6:16.31

run

5:03.34

total

12:25.25,7

Solothurn, Juli 2006Ironman Switzerland 2006: Barbara Heid erzählt

Mein erster Ironman

Begonnen hat alles letzten Sommer am 18. Juli 2005. Simona Buri und ich radelten in aller Herrgottsdonnerfrüh von Bern nach Zürich, luftlinienmässig dem schnellsten Weg entlang. Dies um unsere Studienkollegin Stephanie Ledermann am Ironman anzufeuern.

Dort also, auf dem für mich scheinbar unendlichen Weg über alle möglichen Hügel begann die Vision Ironman 2006 in unseren Köpfen zu brodeln.

Wie es zum Entschluss kam

Würden wir so was wohl auch schaffen, so krasse 3.8 km schwimmen, 180 km Velofahren und einen Marathon laufen?

Ironman Switzerland: SchwimmenHm, ich war vorest der Meinung das würde bestimmt gehen, es sei doch vor allem Kopfsache. Betonung auf vorerst, denn bereits am Zürichberg standen wir am Bahnhof, da ich einlanden wollte. Mir war der ‚Pfus’ und die Motivation ausgegangen. Zum Glück blieb es aber beim kurzen Bahnhofbesuch. Im letzten Moment dachte ich an das was ich noch vor etwa drei Stunden gequaselt hatte: Kopfsache . . .

Ironman Switzerland: Stimmung beim ZieleinlaufDann endlich mal angekommen schnupperten wir Ironmanluft, feuerten wie die Wilden Steffi an und waren echt begeistert von all dem Drum und Dran dort auf der Landiwiese.

Die Idee begann also weiterzubrodeln. Stichtag war dann die Woche vom 7. Dezember 2005. Zu zweit wieder stiegen wir ins Flugzeug um Simonas Bruder in Stockholm zu besuchen und wir beschlossen, auf dem Rückweg definitiv die Entscheidung Ironman oder Nicht-Ironman zu treffen. Dies taten wir dann auch.

Kaum gelandet, angemeldet.

Unsere Vorbereitung auf den Ironman

Nun hiess es also ein Jahr lang ‚seriös’ zu sein, was immer das auch heissen mag.

Wert legten wir auf zwei Wochen Trainingslager in Andalusien, wo wir die nötigen Radkilometer holten, sowie zwischendurch zweistündige Laufeinheiten, ebenfalls schwammen wir zwei bis dreimal die Woche. Zudem begannen wir mit Rumpfstabilisationsübungen, jeweils zweimal pro Woche. Wir dachten, dass dies ohnehin nicht schlecht sei für die Marzilisaison.

Der wöchentliche Trainingsaufwand belief sich auf 10 bis 15 Stunden. Doch zum Glück blieb auch das ‚Käfele’ und ‚Schnädere’ stets ein Trainingsbestandteil.

Langsam nahte sich der grosse Tag, schnell wurde mir der Hals enger. Das, was bisher immer bloss ein verbales Thema war, begann näher zu rücken. Vier Wochen vor dem Ironman hatte ich echt Angst. Werde ich das wirklich schaffen? Habe ich das Ganze nicht ein wenig auf die leichte Schulter genommen? Werde ich nicht heftiger leiden müssen, als dass mir vielleicht lieb und bekannt ist?...

Tausende von Gedanken kreisten sich. Zudem nistete sich Ungeduld ein. Ich wollte endlich erlöst sein, am Start stehen und das Ganze hinter mich bringen.

So sah es ein Monat vor dem Ironman aus.

Dann, bereits eine Woche später das Gegenteil: Ich war euphorisch, topmotiviert, freute mich riesig auf den grossen Tag, sah mich fast täglich auf der Landiwiese am Abend einlaufen und auch unterwegs im Rennen. Zum Glück hielt diese Einstellung inne. Bloss Nervosität kam noch dazu.

Die Ausführung

2. Juli 2006
Dann endlich der grosse Tag: 4:30 Uhr Tagwache, eincremen, drei Honigbrote ‚einfresen’, . . .

Wechselzone bereit machen, aja noch pumpen, hätt ich bald vergessen, Bidon auffüllen, Bademütze, wo ist die Brille? Soll ich jetzt die Neue nehmen? Die Alte läuft immer so an . . . Uff ich komm fast nicht in den Neo, bin bereits so am Schwitzen . . . Zum Glück ist da immer noch mein Ironmanbetreuer Simon Luder, der mich ein wenig beruhigt und mir bei allem Drum und Dran hilft. Ebenfalls Simona ist am Umherhypern und Pumpen und Eincremen und Brille suchen, und wer nimmt jetzt die Kleider am Start?

Start, endlich!

Ironman Switzerland: Massenstart Schwimmen Ironman Switzerland: Massenstart Schwimmen Ironman Switzerland: Massenstart Schwimmen

Die Sonne scheint, wir stechen in See, alle aufs Mal, alle mit dem gleichen Ziel vor Augen: Ironman. 3,8 km Schwimmen, 180 km Velo, 42 km Laufen.

Das Schwimmen läuft mir super, etwa dreimal habe ich Kontakt mit Schwimmnachbarn, einmal mit einem Holzhacker, aber ansonsten kann ich meine Linie schwimmen. Und wie die Zeit vergeht! Kaum gestartet, bereits in der Wechselzone. Diese Stimmung dort, einfach genial. Alle jubeln, schreien, klatschen, mir läufts kalt den Rücken hinunter.¨

Ironman Switzerland: Anfeuern der Velofahrerinnen und Velofahrer Ironman Switzerland: Anfeuern der Velofahrerinnen und Velofahrer

Umgezogen schwinge ich mich auf meinen neuen Basso-Ferrari. Ich hab ihn noch mit einem neuen Aufsatz aufgemotzt und nun läufts auch dort vorerst wie am Schnürchen. Das erste Mal passiere ich die Egg und die Forch, Steffis Eltern verpflegen mich dort, ich schnuppere Velostreckenluft, vorerst noch kühle Luft. Dann das erste Mal am Hard-break-hill. Die Leute tragen einem dort rauf. Auf dem Boden sind Namen mit Athleten gesprayt.

Ironman Switzerland: am Hard-break-hill Ironman Switzerland: am Hard-break-hill

Plötzlich, was sehe ich da, unsere (Spitz)Namen: Hopp Willy (Simona), Fred (Steffi) und Föhni (ich). Wieder ein Wasserfall auf dem Rücken, die haben uns dort verewigt, ich bin überwältigt.

Ironman Switzerland: Verpflegung während des Radrennens

Oben bekomme ich ein neues Bidon von Simon, sowie einen Riegel. Immer etwas essen, mindestens alle 30 Minuten. Zudem ein Bidon mit Maltodextrin gefüllt trinken pro 30 km. Ich begebe mich auf die zweite Runde, bei der Landiwiese vorbei tanke ich nochmals Motivation, dort stehen meine Mutter, Chrigi und Höbu, mein Freund. Sie rufen wie wild, ich bin widerum aus dem Häuschen.

Erst dann auf der dritten Runde merke ich, wie mich langsam eine Müdigkeit und Leere befällt.

Ironman Switzerland: auf der LaufstreckeInsbesondere die Hügel fallen mir schwer, die Mittagshitze macht sich breit und erschwert das ganze ‚Velogetue’ ziemlich. Ich nehme automatisch das Tempo zurück. Im Kopf stelle ich eine kleine Krise fest, doch bis zum Wechsel habe ich mich wieder gefangen und begebe mich wiederum voll motiviert auf die Laufstrecke. Neue Luft schnuppern heisst es auf der ersten Runde, wo ist was und wer? Wo gibt’s mein Lieblingsgericht: Sponsor Liquid (igitt . . . ! !)?

Auf den ersten 5 km klappt es mit mich mal Umschauen und so, doch dann beginnt plötzlich mein linkes Knie ziemlich zu schmerzen und so konzentriere ich mich mehrheitlich auf dieses. Frage etwa alle Bekannten an der Strecke nach Kühlgel und dehne zwischendurch.

Doch eines ist klar, sollte das Knie völlig versagen so werde ich gehen. Ich will unbedingt ins Ziel.

Soweit kommt es dann zum Glück doch nicht, ich kann alles durchrennen, bekomme von der Sanität den Gel und von Silvio, den ich auf der zweiten Runde einhole (er ist jedoch bereits auf der 3ten), mentale Unterstützung. Wir laufen 2 Runden zusammen.

Ironman Switzerland: beinahe am ZielUnd dann Ende 3te wird mir definitiv bewusst, dass  ich es schaffen werde, dass mir mein grosses Ziel in Erfüllung gehen wird.

Ich bin überwältigt, könnte nur noch heulen und beginne beinahe zu hyperventilieren. Innehalten heisst es, ich kann mit niemandem mehr sprechen, sonst würde ich gleich losheulen. Einfach mich irgendwie ablenken. Häuser zählen? Singen? Ich entscheide mich für singen und summe innerlich während praktisch der ganzen vierten Runde mein Lieblingslied von Meat Loaf.

Ironman Switzerland: im ZielgeländeDas Ziel rückt näher, noch der letzte Kilometer, um den Wendepunkt und endlich, endlich ist sie da, die Tribüne mit den Zuschauern. Es ist gigantisch, ich habe es geschafft! In 12h25 bin ich im Ziel.

Jetzt kann ich endlich loslassen und darf heulen. Das tue ich dann auch eine ganz schön lange Weile. Alle Bekannten gratulieren mir und ich kann meine Eindrücke und Erlebnisse dieses gewaltigen Tages mitteilen, so wie euch, liebe Leser und Leserinnen! Danke für die Geduld (für diejenigen, die es wirklich bis ans Ende geschafft haben)!

Und eines möchte ich noch anfügen: ich kann also so einen Ironman, den ich an dem 2. Juli 2006 erlebt habe, nur weiterempfehlen! Aber Achtung: Suchtgefahr!!

Ironman Switzerland: Simona Buri und Barbara Heid im ZielEbenfalls möchte ich erwähnen, dass auch Simona Buri und Stephanie Ledermann ein super Rennen hatten. Sie erreichten das Ziel praktisch gemeinsam, dies gut 1h15 vor mir.

Steffi hat sich sogar für Hawaii qualifiziert, in der 24F-Kategorie! Gratulation!

Zudem nochmals ein grosses Merci an alle, die am Strassenrand gestanden sind und mich angefeuert haben! Gäu Alex, Steph, Sabe, Dänu und vor auem Simu! Nume dank öich hani das überhoupt gschafft! Elei, ohni jeglechi verbali Unterstützig, wär i äuä gäng no nöime z’Züri amne Strosserand am umedrole . . .

Barbara Heid


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Comments: Jürg und Sandra Baumeister-Zarro