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Der Entenfloh, oder wie der Wurm in die Ente kommt…
Ein Beitrag von Daniela Alder

 

Juli 2006

Über die Entstehung, Prophylaxe und Therapie von Badedermatitis
Bericht einer Unisport-Schwimmerin

Daniela Alder berichtet über die Entstehung, Prophylaxe und Daniela Alder hat an der Murtenseeüberquerung von Meyriez nach Môtier am 30. Juli 2006 teilgenommen.Therapie von Badedermatitis. Sie ist Veterinärstudentin an der Universität Bern und Schwimmerin im Unisport. Sie hat an der Murtenseeüberquerung von Meyriez - Môtier am 30. Juli 2006 im Unisport-Team mitgemacht.

Daniela Alder an der Murtenseeüberquerung 2006 >>>

Daniela Alder in Freibadtraining im Sommer 2006

 

 

 

31. Juli 2006

Der Entenfloh ist ein Wurm
Wasservogel-Trematoden verursachen Juckreiz

Wasser-Trematoden sind Würmer.Der Entenfloh, der Erreger der Badedermatitis oder wie es auf Englisch so schön heisst des ‚swimmer’s itch’, ist kein stechend saugendes Insekt (Floh), das von Ente zu Ente hüpft und ab und zu auf einem Mensch Zwischenstation macht, sondern ein frei lebendes Zwischenstadium von Wasservogel-Trematoden.

 

Wasser-Trematoden sind Würmer.
Entenfloh = Zerkarie

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zerkarie >>>

Verbreitung

Es existieren weltweit verschiedene Trematoden-Arten der Wasservögel.
In der Schweiz sind Trematoden überall dort anzutreffen wo es Enten hat. Wenn die Wassertemperaturen über 23°C sind, hat es mehr als in normal warmen Jahren.

Der Kreislauf mit Zwischenwirt, Endwirt und Fehlwirt

Diese Würmer leben im Verdauungstrakt oder der Nasenschleimhaut von verschiedenen Wasservögeln, wo sie sich auch vermehren. Der Wurmnachwuchs wird als Ei vom Vogel ausgeschieden und schlüpft im Wasser aus. Da es für die Larven (L1 = Miracidium) in der Aussenwelt sehr ungemütlich ist, suchen sie sich eine Süsswasserschnecke und bohren sich in die Schnecke hinein.

In diesem Zwischenwirt wandelt sich die Larve in eine Zerkarie (L2 = infektiöse Larve) um.
Entenfloh: Kreislauf mit Zwischenwirt, Endwirt und Fehlwirt

Die Zerkarie kann ihrerseits wieder eine Ente infizieren, was sie am liebsten bei Wassertemperaturen um die 23°C und höher macht. Wenn die Wassertemperatur für die Zerkarie ausreichend hoch ist, bohrt sie sich aus der Schnecke heraus und schwimmt im Wasser herum, immer in der Hoffnung eine Ente zu finden.

Endwirt

Eine Zerkarie lebt nach Austritt aus der Schnecke für ca. 24 Stunden. Findet sie eine Ente, so bohrt sich die Zerkarie in die Haut und gelangt von dort in den Darm oder in die Nasenschleimhaut. Der Kreislauf ist somit geschlossen.

 

Allgöwer, R. (1990). Die Zerkarien-oder Badedermatitis. Biologie unserer Zeit, 20(3): 144-148.

Quelle: http://www.gesundheitsamt.de/alle/seuche/infekt/para/trema/zer/uni_kiel/dv.htm >>>

Fehlwirt

Leider sind die Zerkarien nicht in der Lage, zwischen Wasservögeln und anderen Warmblütern zu unterscheiden. Sie orten Enten mit Hilfe ihrer Wärmesensoren. Wenn nun ein Mensch oder Hund vorbeischwimmt, bohrt sich die Zerkarie in die Haut, wie sie es bei einer Ente machen würde.

Fehlwirt beim Menschen

Im Unterschied zur Ente geht der Parasit in der menschlichen Haut nach kurzer Zeit zu Grunde. Beim ersten Kontakt mit einem ‚Entenfloh’ merkt der Betroffene ausser kleinen roten Flecken nichts, er entwickelt aber eine Allergie gegen die Zerkarien. Bei der zweiten Begegnung mit dem Parasiten kommt es zu einer viel stärkeren Immunreaktion.

Durch die allergische Reaktion entwickelt sich an der Einstichstelle eine starke lokale Entzündung mit Rötung und Juckreiz.

Klinisches BildBadedermatitis oder ’swimmer’s itch’, ausgelöst durch Vogelzerkarien


Die roten Flecken tauchen 12 – 24 Stunden nach Kontakt mit Zerkarien auf. Der Juckreiz klingt nach spätestens 72 Stunden ab.

Die Läsionen heilen nach 10 – 20 Tagen von alleine ab. Da die Läsionen viel stärker jucken als ein Mückenstich, besteht die Gefahr, dass man sie aufkratzt und dann Bakterien eine 2. Infektion verursachen. NICHT kratzen!

 

Badedermatitis oder ’swimmer’s itch’, ausgelöst durch Vogelzerkarien

Quelle: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/128600 >>>

Therapie

Eine spezielle Therapie existiert nicht. Sie ist in den meisten Fällen auch nicht nötig. Der Patient kann Juckreiz mindernde Mittel verwenden. Bei schwerem Befall können oral Antihistaminika gegeben werden. Sie sollen die allergische Reaktion etwas abschwächen.

Die Läsionen verschwinden ob mit oder ohne Therapie innert einigen Tagen.

Bakterielle 2. Infektionen sind je nach Aussehen zu behandeln.

Prophylaxe für das Schwimmen in offenen Gewässern

>>> Enten nicht im Badebereich füttern.
>>> Enten aus dem Badebereich vertreiben, dadurch entsteht weniger verseuchter Entenkot.
>>> Kein langes Verweilen in flacher Uferpartie, da dort Schnecken leben.
>>> Schwimmen im tiefen Wasser.
>>> Nach dem Baden sofort die nassen Badesachen ausziehen und sich gut abduschen und abtrocknen.
>>> Ein Neoprenanzug bietet einen gewissen Schutz.
>>> Im desinfizierten Badewasser (Chlor oder Ozon) ist das Baden unbedenklich.

Hinweis: Schistosomiasis (= Bilharziosis)

Wer in den Tropen (Afrika, Südamerika, Asien) in einem Binnengewässer badet, kann Bekanntschaft mit Schistosoma (= Bilharzia) machen. Dieser Parasit befällt den Menschen. Die Infektion verläuft wie bei der Entenflohinfektion, aber die Zerkarie von Schistosoma stirbt nicht, nachdem sie in die Haut eingedrungen ist. Sie wandert über Blutgefässe zur Leber, wo sie zum Adultstadium wird und dann weiter in Darm, Lunge, Blase und Gehirn, wo sich Schistosoma vermehrt und anschliessend ausgeschieden wird. Dies ist eine ernst zu nehmende Tropenkrankheit und muss behandelt werden.

Therapie: Praziquantel oral


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Comments: Jürg und Sandra Baumeister-Zarro