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Murtenseeüberquerung 30. Juli 2006
Meyriez - Môtier 3.2 km

Henri Furrer berichtet über seine geglückte Murtenseeüberquerung

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Henri Furrer berichtet von seinem Erlebnis Überquerung Murtensee

Anmeldung zur Murtenseeüberquerung von Meyriez nach Môtier am 30. Juli 2006"Ich habe keine Ahnung wie das geht, ob ich das schaffen werde – ich bin noch nie im Leben so weit geschwommen …"

 

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Henri Furrer berichtet von seinem Erlebnis Überquerung MurtenseeBern, den 1. August 2006

Murtensee - Brief an den Bruder

Lieber Arnold

An einem Sonntag im Juli 2006 standen wir zusammen am Ufer des Murtensees in Meyriez und schwammen dann einige 100 Meter in den See hinaus.

Ich sagte dir damals beiläufig: „Ja, in genau 4 Wochen werde ich da hinüberschwimmen – nach Môtier, dorthin wo man einen Kirchturm sieht, ganz klein und schwach im Dunst.“

Blick über den Murtensee von Meyriez aus hinüber zum Kirchturm von Môtier Blick über den Murtensee von Meyriez aus hinüber zum Kirchturm von Môtier


Ich erzählte, ich habe in meinen alten Tagen etwas ganz Neues begonnen: seit einem halben Jahr ein gewisses Schwimmstil-Training und ganz neu auch Kondition Schwimmen, bei den Trainern Sandra Zarro und Jürg Baumeister. Und diese Sandra habe einige von unserer Gruppe dazu überredet, an der Murtensee-Überquerung teilzunehmen – 3,2 km weit!

Ich habe keine Ahnung wie das geht, ob ich das schaffen werde – ich bin noch nie im Leben so weit geschwommen …

Ich wusste schon: Du bist einer, der Hallenbäder hasst und nie so eine stupide Sportart betreiben würde wie in gelenkten Bahnen hin und her zu schwimmen; das sei etwa so wie der Hamster im Käfig …

Und dann sagtest du plötzlich, während du nach Môtier hinüber schieltest, das sei aber eine tolle Sache, da würdest du sofort mitmachen. Ach ja, dachte ich, du bist doch so ein begeisterter Naturschwimmer!

Nun, da du wieder zuhause bist in „deinem“ Afrika, kann ich dir berichten, dass ich dieses Distanz-Schwimmen gut überstanden habe. Das ging so:

Henri Furrer mischt sich unter die Teilnehmenden auf dem Startgelände in Meyriez.Beim Startplatz war ich erstaunt über die lockere, fast familiäre Stimmung. Nichts von Hektik oder nervöses Gedränge, wie wir sie beide von den Volksläufen mit 10 000 oder 15 000 Teilnehmenden her kennen. Auch schien mir, es sei eine ziemlich junge Teilnehmerschaft, mehr Frauen als Männer.

Ich sah wenige in meinem Alter oder ältere, was ich nicht ganz verstand, ist doch das Schwimmen ein Sport, den man bis ins hohe Alter ausüben kann.

Nach den Anmelde-Formalitäten und einigen Small-Talks mit bekannten und unbekannten Schwimmerinnen und Schwimmern (es waren 250 Teilnehmende), ging plötzlich alles sehr schnell. Ich war so überrascht vom Startschuss, dass ich ziemlich weit hinten im Startfeld zu schwimmen begann – andere hatten „wertvolle“ Sekunden oder gar Minuten schon vor dem Startschuss gehamstert. Der Startschuss ist gefallen. Henri Furrrer schwimmt auf die andere Seeseite nach Môtier.

Vom Startgerangel merkte ich nicht viel. Zwei oder drei Mal geriet man sich nahe, links oder rechts, dann wurde es ganz ruhig in dem Feld von leuchtend-gelben Badekappen. Zur ersten Boje schaute ich gar nicht hin, die war so weit weg… Überholen oder überholt werden interessierte mich nicht, ich war nur darauf bedacht, meinen Rhythmus zu finden.

Nach der ersten Boje – vielleicht einen Kilometer weit – hatte sich das Feld gelichtet. Ab und zu war ein Begleitboot neben mir. Ich musste öfters nach vorne zur nächsten Boje peilen, da ich mich nicht mehr an den gelben Köpfen orientieren konnte. Das Ufer war immer noch genau gleich weit – der Kirchturm in weiter Ferne! Ich fühlte mich aber gut, das Wasser war warm, und bald merkte ich, dass ich eigentlich mein Tempo deutlich erhöhen könnte. Sachte verstärkte ich den Armzug und den Beinschlag.

Und plötzlich wurde mir bewusst: du bist ganz alleine, du siehst niemanden mehr. Du spürst deinen Bewegungsrhythmus wie eine sanfte Maschine (nicht hart wie beim Joggen), du bist wie ein Fisch, dir ist wohl wie in einem schönen Traum, du könntest ewig so weiter schwimmen …

Henri Furrer trifft auf dem anderen Ufer in Môtier ein.Nach der letzten Boje steigere ich nochmals mein Tempo. Manchmal liefern wir uns kleine Zweikämpfe, wenn ich jemanden aufhole, das erhöht die Motivation. Ab und zu denke ich an unsere Trainerin: Ellbogen hoch, gerade Schwimmspur, lange Armzüge, bewusste kurze Gleitphasen… Selten blicke ich nach vorne, jetzt ist das Ufer ganz nahe – und ohne dass ich auf der ganzen Strecke ein einziges Mal den Schwimmstil gewechselt oder den Rhythmus unterbrochen hätte, lande ich im Ziel, wie wenn eine solche Seeüberquerung das Selbstverständlichste der Welt wäre.

Henri Furrer hat das andere Ufer im Crawl-Schwimmen erreicht.Und zu guter letzt: Jede Schwimmerin , jeder Schwimmer wird bei der Ankunft auf dem kleinen Strand von einer netten Dame des organisierenden Klubs mit einem kräftigen Händedruck und „félicitations!“ empfangen, bevor man sich unter das fröhliche Treiben der glücklichen Murtensee-BezwingerInnen und ihrer Angehörigen und Freunde mischt.

Gibt es eine sympathischere Wiederaufnahme von uns Fischen in die Welt der zweibeinigen Festlandbewohner? - Lieber Arnold, wie du siehst, du musst nächstes Jahr unbedingt auch dabei sein.

Henri Furrer

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Comments: Jürg und Sandra Baumeister-Zarro