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Bosporus-Schwimmen 2005
Erlebnisbericht von Prisca Fahrni, ehemalige Unisport-Schwimmerin

 

Bosporus-Schwimmen 2005, ein Erlebnisbericht von Prisca Fahrni

 

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Prisca Fahrni nahm am Bosporus-Schwimmen vom 17. Juli 2005 teil.

Prisca Fahrni erfolgreich am Bosporus-Schwimmen vom 17. Juli 2005

Erlebnisbericht einer ehemaligen Unisport-Schwimmerin

Izmir, 20. Juli 2005

Liebe Schwimmfreunde

Es waren ca. 400 Schwimmer (von Libyen, Bulgarien, Rumänien, Kanada, Ukraine, CH) am Start, ca. 40 Frauen.

Wir trafen uns um 8 Uhr 30 bei einem kleineren, alteingesessenen Schwimmclub unterhalb der Bosporus Brücke auf der europäischen Seite. Das Wetter war schön, etwas Wind, Luft ca. 25 Grad, Wassertemperatur ca. 22 Grad. Nachdem wir (ich, 3 Kollegen und unser Trainer) die Badekappe und als Geschenk einen Plastikbeutel zum Umhängen und ein T-Shirt in Empfang genommen hatten, fuhren wir mit dem Schiff ca. 6 km Richtung Schwarzes Meer, hinüber auf die asiatische Seite, nach Kanlica (Neopren nicht erlaubt). Der Schwimmparcours konnte so besichtigt werden (der Zielbereich befand sich vom Ablegeplatz des Schiffes ca. 800 m Richtung Schwarzes Meer).

Wegen kleinen Quallen (die "stechen" aber kaum) hat sich fast jeder mit Vaseline eingeschmiert.

Die Elite, von ca. 11 Schwimmern, (darunter mein bester Kollege, 22 jährig) starteten 15 Minuten vor uns. Seine Zeit war ca. 53 Minuten. Nach dem Verlassen des Schiffes sammelten wir uns im Pulk auf einer kleinen Schiffsanlegestelle und schon gings los: zuerst musste ca. 1.5 m ins Wasser gesprungen werden, aufpassen musste jeder selbst. Solche Starts sind nicht meine Lieblingsdisziplin, also startete ich weiter hinten auf der Seite und gings ruhig mit ein paar Brustzügen an. Nach 100 Metern warteten 2 Kollegen auf mich, ich schwamm an denen vorbei, dachte sie würden nachfolgen und schon hatte ich sie aus den Augen verloren. Alle Bademützen sahen gleich rot/weiss aus und ich nahm mir nicht die Zeit nach den Nummern zu suchen.

So fand ich mich bald mutterseelen alleine inmitten des Bosporus, von anderen Schwimmern keine Spur, kein Begleitschiff, nichts....

Der Wasserweg war übrigens zu dieser Zeit für jeglichen Schiffsverkehr gesperrt. Ich schwamm in der Mitte des Bosporus, weil mir dies von den Kollegen so empfohlen worden war. Es hatte aber recht viele Wellen. Denn mit den Strömungen im Bosporus ist es eigen: in der Mitte die Strömung, die vom Schwarzen Meer zum Marmara Meer fliesst, auf beiden Seite eine Gegenströmung Richtung Schwarzes Meer. Ab und zu streifte ich eine Qualle oder sah solche vorbeischwimmen, diverse andere Dinger, wie Papier, schwammen auch mit...

Nach 35 Minuten war die Bosporus Brücke, mein Hauptorientierungs-punkt, in Blickweite.

Der Bosporus verläuft nicht schnurgerade! Und schon bald sah ich die kleinen weissen Zelte des Zielgeländes. Super, dachte ich, bis dorthin noch ca. 20 Minuten. Weit gefehlt: nach dem Passieren der Galatasaray Adasi(eine ganz kleine Insel in Ufer-Nähe, worauf es ein Schwimmbad des Galatasaray Schwimmclubs gibt; es gibt in Istanbul übrigens auch einen Fenerbahce Schwimmclub) gings nicht mehr vorwärts.

Ich schwamm und schwamm, doch die weissen kleinen Zelte kamen nicht näher,

im Gegenteil, während ca. 10 Minuten befand ich mich ständig auf gleicher Höhe mit einer am Ufer angemachten Jacht! Offenbar war ich voll in der Gegenströmung. Ich schwamm mühsahmst weiter und sah endlich weiter vorne wieder Schwimmer. Alle kamen von der linken Seite her, war meine Routenwahl wohl total falsch gewesen ??? Ein bisschen discouragiert machte ich weiter und nach weiteren 20 Minuten konnte ich mich endlich am Zielbootssteg an der Leiter festklammern. Langsam kletterte ich hoch und hatte es geschafft, meine Endzeit war mit 1 Stunde12 Minuten um ca. 7 Minuten langsamer als erwartet. Was solls. Es hat mir gefallen und all das Training der letzten Wochen und Monate hat sich ausbezahlt, da ich mich richtig gut fühlte.

Ich liess mir sagen, dass die Verhältnisse heuer schwieriger waren als auch schon.

Auch die Elite schwamm mit 49 Minuten länger als normal. Der Streckenrekord liegt bei ca. 43 Minuten. Leider gab es keine Duschen und rechte Garderoben (gut, das bin ich mich jetzt eigentlich von den Triathlon-Wettkämpfen in der Türkei bereits gewohnt), so dass ich mich mit Erfrischungstüchern behelfsmässig abrieb. Schlussendlich habe ich in meiner Altersklasse doch noch gewonnen und durfte hierfür einen Pokal, Medaille und einen Bademantel in Empfang nehmen.

Hoffentlich kann ich nächstes Jahr nochmals teilnehmen, und bis zum Schluss mit dem Strom schwimmen!

Allen Schwimmfreaks ist dieses "Rennen" zu empfehlen,

kann doch das Ganze angenehm mit einer Sightseeing Tour von Istanbul verbunden werden.

Herzliche Grüsse
Prisca Fahrni


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Comments: Jürg und Sandra Baumeister-Zarro