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Sport ist der Versuch, die Bewegungslust im Menschen zu bändigen.

Wasserspringen mit Henri Furrer

Im Sommer 2004 / Remake 13. März 2011

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Ein starker Bubentraum: Wasserspringen

Ich war immer ein überzeugter Verfechter einer massvollen sportlichen Betätigung. Der Begriff Sport kann jedoch auf verschiedenste Arten definiert werden und ist in gewissen Bevölkerungskreisen sogar verpönt. Hier meine Version: "Sport ist der Versuch, die Bewegungslust im Menschen zu bändigen."

Ästhetik, Eleganz, Harmonie, Kraft, Körperbeherrschung, Perfektion, Schönheit,Freiheit, Überwindung Ganz einfach: Faszination

Stundenlang hatte ich als kleiner Junge zusammen mit meinen Brüdern in der KWD den kraftvollen und mutigen Männern zugeschaut, wie sie ihre kunstvollen Sprünge vom 3m-Brett und von der 5m-Plattform übten. Nie wäre es mir jedoch in den Sinn gekommen, dieses Handwerk selber zu erlernen.

Ein sportlicher Spätzünder

Wasserspringen mit Henri Furrer: ein SportlerportraitIch bin ein sportlicher Spätzünder. Mit 28 lernte ich den Skilanglauf kennen, mit 35 das Windsurfen, mit 50 die schärfere Richtung des Kletterns und mit 56 das Snowboarden. Nur das Bergsteigen kannte ich schon als Kind. Diese sehr vielfältige Aktivität, die vor allem von ethischen Werten lebt und deshalb unter den Sportarten eine besondere Stellung einnimmt, pflege ich seit je mit wechselnder Intensität.

Das Wasserspringen entdeckte ich als 20-Jähriger im UNI-Sport in Zürich bei Ernst Strupler, wo ich die Grundlagen dieses Sports mitbekam. Wie das im Leben häufig so ist: Nach dem Studium der Architektur kamen Wanderjahre, die Gründung einer Familie und der Beginn einer Lebensstelle in der Stadtplanung Bern. Da war das Herunterspringen von einem Brett, einer Plattform oder einer Felsklippe ins Wasser in weite Ferne gerückt. Aber das Wasserspringen blieb als starker Bubentraum noch wach.

Stundenlang hatte ich als kleiner Junge zusammen mit meinen Brüdern in der KWD den kraftvollen und mutigen Männern zugeschaut, wie sie ihre kunstvollen Sprünge vom 3m-Brett und von der 5m-Plattform übten. Nie wäre es mir jedoch in den Sinn gekommen, dieses Handwerk selber zu erlernen. Was mich beim Zuschauen besonders faszinierte, war die geistige Leistung dieser Wasserspringer: Diese Körperbeherrschung und präzisen Bewegungsabläufe konnten nur mit viel mentaler Kraft und hartnäckigem Üben erlernt und nur dank intensiver Steuerungsarbeit des Kopfes ausgeführt werden.

Weshalb machen die meisten Springer und Springerinnen unmittelbar vor jedem Sprung spezifische Vorübungen?

Wasserspringen mit Henri Furrer: ein SportlerportraitEs ist eine mentale Vorbereitung (also für den Kopf) sowie für das Einspielen der Muskulatur. Wichtig ist der Rhythmus und das Tempo, wobei natürlich am Boden nicht alles simuliert werden kann.

Eine schmerzliche Erfahrung für jeden Springer und jede Springerin ist: warum macht man in der Luft so manches anders, wenn es in der Vorübung doch so hervorragend stimmt?

Wegen psychischer Faktoren, die schwer kontrollierbar sind und weiterer Bedingungen wie Orientierung, Stress, in der Luft geht alles noch viel, viel schneller, ... Bei einem 10m-Sprung hat man höchstens gerade 2 Sekunden Zeit und die Eintauchgeschwindigkeit beträgt 56 km pro Stunde!

In den 70er-Jahren kam dann Ernst Strupler, der "Wasserspringerpapst" nach Bern

Wasserspringen mit Henri Furrer: ein SportlerportraitAls ich mit etwa 30 Jahren in Bern sesshaft geworden war, begann ich mich nach (benützbaren) Sprungbrettern umzusehen und kam dabei mit Ernst Berger, dem legendären "Aschi", näher in Kontakt, den ich natürlich von der KWD her längst schon kannte.

Angesichts der ungenügenden Trainingsmöglichkeiten begann ich eher schlecht als recht (meist als Autodidakt) den Faden aus dem Hallenbad Zürich und dem Freibad Tiefenbrunnen wieder aufzunehmen.

Irgendwann in den 70er-Jahren kam dann Ernst Strupler, der "Wasserspringerpapst" nach Bern, und so hatte ich als Altakademiker im UNI-Sport Bern eine willkommmene ergänzende Trainingsbegleitung.

Die Wettkämpfe waren Meilensteine meines sportlichen Werdegangs und Ansporn zum Weitertrainieren

Wasserspringen mit Henri Furrer: ein SportlerportraitAls 38-Jähriger — in einem Alter, in dem jeder normale Springer seine Sportlerkarriere längst an den Nagel gehängt hat — stand ich zum ersten Mal in einem schweizerischen Wettkampf am Start (Lindercup 1978).

Natürlich hatte ich nie irgendeine Chance für einen Spitzenrang. Aber die Wettkämpfe waren Meilensteine meines sportlichen Werdegangs und Ansporn zum Weitertrainieren, vor allem wenn es um die Verbesserung der Präzision ging. Einige Male stand ich auch vor dem Quantensprung in höhere Schwierigkeitsklassen, wenn vermehrt Mut nötig ist und auch Bruchlandungen in Kauf genommen werden müssen.

Bester Rang war ein vierter Platz an den Schweizer Meisterschaften (Chur 1982). Dank einem grossen Reservoir an Neulingen wurde die Konkurrenz der Jungmannschaft in den 80er-Jahren immer stärker, trotzdem wurde ich auf Grund meiner grossen Erfahrung nie Letzter!

Sieben Schweizermeisterschaften sind genug!

Sieben Schweizermeisterschaften sind genug. Ich beschränkte mich von nun an auf regionale Anlässe oder schweizerische Seniorenwettkämpfe. Dort machten auch immer mehr meine Sprungschüler und Sprungschülerinnen aus dem Schwimmclub PCB und später SKBE mit. Es ging nicht lange, bis mich meine besten Schüler und Schülerinnen überholt hatten.

1998 erfuhren meine sportlichen Aktivitäten vermeintlich ein jähes Ende.

Wasserspringen mit Henri Furrer: ein SportlerportraitEine Hüftinfektion unbekannten Ursprungs musste mit einem grossen operativen Eingriff bekämpft werden. Es folgten zwei Monate Spitalaufenthalt, Therapien mit stärksten Antibiotika, acht Monate mühsamstes Gehen an zwei Stöcken, zweimal ein Rückfall mit erneutem operativen Eingriff.

Lange glaubte ich, die linke Hüfte nie mehr belasten und normal gehen zu können. An die Wiederaufnahme irgendeiner meiner sportlichen Aktivitäten wagte ich gar nicht zu denken. Mit Physiotherapie und regelmässigem sanften Bodenturnen normalisierten sich Belastbarkeit und Beweglichkeit nach und nach.

Und heute — es wirkt fast wie ein Wunder — sind fast alle meine früheren Tätigkeiten wieder möglich geworden, inklusive grosser Touren im Hochgebirge.

Mit Erstaunen entdeckte ich, was sich alles noch ohne Anlauf machen lässt.

Wasserspringen mit Henri Furrer: ein SportlerportraitNach dem sorgfältigen Wiederaufbau des Wasserspringens zeigte es sich indessen, dass doch einige Einschränkungen bestehen blieben. Die Vorwärts- und Auerbachsprünge konnten nicht mehr mit Anlauf gesprungen werden. Beim Aufsatzsprung und dem anschliessenden Absprung vom Federbrett entsteht ein immenser Druck auf die Hüftgelenke, der zu erneuten Beschwerden führen kann. Damit sind der Sprunghöhe und der Rotationsgeschwindigkeit Grenzen gesetzt.

Ich musste mich damit abfinden, dass der 2 1/2 - Salto vorwärts gehechtet, der 1 1/2 - Auerbach-Salto sowie der 1 1/2 - Salto vorwärts mit ganzer Schraube nicht mehr möglich waren. Glücklicherweise ist der Vorwärts-Anlauf bei Wettkämpfen gar nicht vorgeschrieben.

Mit Erstaunen entdeckte ich, was sich alles noch ohne Anlauf machen lässt. Einige Sprünge sind sogar leichter, so dass ich gleich einen neuen Sprung "erfand": den Salto vorwärts mit ganzer Schraube vom 3m-Brett. Kenner sagen, dieser Sprung werde von niemandem sonst auf der ganzen Welt praktiziert!


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Comments: Jürg und Sandra Baumeister-Zarro